Der Kaffee - Unser Kaffe
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Achzig Prozent des weltweiten Kaffeeanbaus liegen in den Händen von ca. 25 Millionen Kleinbauern und ihren Familien. Die restlichen zwanzig Prozent werden auf mehr oder weniger vollautomatisierten Großplantagen produziert. Die Größe bestimmt meist auch die Anbaumethode. Man unterscheidet zwischen wildem bzw. halbwildem Kaffee, Gartenkaffee und Plantagenkaffee. Wilden bzw. halbwilden Kaffee findet man in den Tropenwäldern Ostafrikas – der Wiege des Kaffees. Der Kaffeebaum kann dort eine Höhe von bis zu zehn Metern erreichen, da er vollkommen der Natur überlassen ist. Die reifen Kirschen werden von Kleinbauern mit ihren Familien nach der traditionellen Methode geerntet und aufbereitet. Ein erster Schritt in Richtung Kultivierung ist der halbwilde Kaffee. Zum Schutz der Kaffeepflanze werden geringe Eingriffe, wie das Lichten von Baumkronen oder das Entfernen von störenden Büschen vorgenommen. Wilder Kaffee ist ausschließlich auf die Ursprungsregionen begrenzt, in allen anderen Kaffeeregionen wird Kaffee auf Plantagen kultiviert.
Unter »beschatteten Plantagen« versteht man das Heranwachsen der Kaffeebäume unter dem Schatten von – idealerweise heimischen – Bäumen. Durch die Schattenbäume werden Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ausgeglichen, sie dienen als Schutz gegen Frost und Wind und vor zu intensiver Sonneneinstrahlung. Die Schattenbäume sorgen damit für ein ausgeglichenes Mikroklima auf der Plantage – eine wesentliche Voraussetzung für die Heranreifung eines qualitativ hochwertigen Arabicas. Die traditionelle Anbaumethode mit Schattenbäumen findet man beispielsweise in Guatemala, Äthiopien oder Jemen vor. Im Vergleich zu Sonnenplantagen ist der Hektar-Kaffeeertrag dadurch zwar relativ gering, die Qualität jedoch dementsprechend höher. Die übrigen vierzig bis fünfzig Prozent der Weltkaffeeernte stammt von Sonnenplantagen. Länder mit hohen Kaffeerträgen per Hektar und fortschrittlicher Technisierung wie Brasilien, Kolumbien, Costa Rica und Vietnam bauen Kaffee hauptsächlich nach dieser Methode an. Dort ist der Kaffee der prallen Sonne ausgesetzt. Um diesen Anforderungen Stand zu halten, müssen hier sehr widerstandsfähige Sorten eingesetzt werden, die jedoch in Punkto Geschmack nicht an die traditionellen Sorten heran reichen. Das primäre Ziel ist hier nicht Qualität sondern Quantität. Im Vergleich zum beschatteten Anbau bedeutet dies: schnelleres Wachstum, mehr Ertrag, mehr Düngemitteleinsatz, Massenkaffee. Nebenbei bemerkt beherbergen Sonnenplantagen nur fünf Prozent der Vogelarten die üblicherweise auf beschatteten Plantagen vorkommen. Letztere sind durch ihr ausgezeichnetes Mikroklima ein Sammelbecken für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, ein Ort üppiger Fruchtbarkeit.