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Vor einigen Tagen erhielt ich von Tobias Konrad, Röster und Inhaber von Caffè Barone in Muttenz bzw. Gelterkinden freundlicherweise verschiedene seiner Röstungen per Post zugeschickt.
Dafür brauchte es leider zwei Anläufe, denn beim ersten Versenden erhielt Tobias sein Paket wieder zurück, da der Zoll es nicht nach Deutschland “hereinlassen” wollte. Also brachte Tobias seine Warenproben einfach nach Grenzach-Wyhlen zur Post und schickte mir seine Röstungen direkt aus Deutschland (in solchen Fällen ist es echt ein Fluch, dass die Schweiz nicht der EU angehört).
Nachdem der Kaffee dann doch noch bei mir angekommen war, erhielt ich bei der Verkostung wieder Unterstützung von Ralph Wagner, der mich doch tatsächlich anrief, weil er Lust auf einen Schweizer Kaffee hatte.
Dem Mann konnte geholfen werden und so probierten Ralph und ich die Röstungen von Tobias Konrad.
Für alle Röstungen von Caffè Barone gilt eines: sie sind alle lang und schonend geröstet, so dass sie sehr säurearm auftreten.Dazu kommt, dass die Röstkaffees ordentlich auf Bruch- oder fehlerhafte Bohnen kontrolliert werden, denn das Bohnenbild ist bei allen Röstungen fehlerfrei und einheitlich.
Begonnen haben Ralph und ich mit der Arab Mischung, einer 100% Arabica Mischung aus zentralamerikanischen Arabicas, brasilianischem Santos und indischem Malabar. Die Mischung ist mittelhell geröstet und nach Aussage von Tobias Konrad speziell für die Frenchpress geeignet.
Die Arab Mischung hat einen mittelkräftigen Körper und ein tabakähnliches Aroma. Mir persönlich war der Arab etwas zu bitter. Diese Bitterkeit konnten wir auch durch Änderung der Brühtemperatur nicht abstellen. In Verbindung mit Milch verschwindet diese bittere Note allerdings und somit ist die Röstung gut für alle Kaffee-Milch-Getränke geeignet. Beeindruckt waren wir abschließend von der der ausserordentlich stabilen Crema.
Als zweite Mischung verkosteten wir die Extra Bar. Diese ist erheblich dunkler geröstet (French Roast), die Bohnen glänzen leicht ölig. Die Rohkaffees kommen aus Honduras, Brasilien und Äthopien (Aribacas) sowie der Robusta aus Java (Mischungsverhältnis 70% Arabica, 30% Robusta).
Die Mischung weist wieder einen guten Körper auf und überzeugt durch einen lang anhaltenden Abgang. Leichte Bittertöne erinnern an schärfer gebackenes Brot. Schon alleine der hohe Robustaanteil garantiert wieder ein stabile Crema. Die Barmischung kann nach meiner Meinung auch gut pur, sprich ohne Milch, getrunken werden.
Zuletzt probierten Ralph und ich die Gran Reserva Mischung von Caffè Barone. Diese Mischung ist etwas dunkler geröstet als die Arab und hat einen kräftigen Körper. Feine Bittertöne erinnern an ein schokoladig-nussiges Aroma. Der Abgang ist lang und intensiv. Nach dem Schlucken hatte ich das Gefühl des Aufblühens am meinem Gaumen. Der Gran Reserva setzt sich sehr gut im Zusammenspiel mit Milch in Szene. Da ich einen Cappuccino gerne mit einem doppelten Espresso-Shot trinke, war der Gran Reserva in diesem Zusammenhang schon fast zu intensiv. Auch mit einem Single Shot erreicht man in einem Cappuccino ein hervorragendes Ergebnis.
Der Gran Reserva besteht zu 90% aus Arabica Bohnen, die aus Brasilien, Columbien und Indien stammen, der Robusta wird auf Java geerntet.
Mein persönlicher Favorit ist definitiv die Gran Reserva Mischung – allein schon ihr volles und schokoladiges Aroma überzeugt mich.
Sollten Sie also die Möglichkeit haben, Kaffee aus der Rösterei Caffè Barone zu kaufen, ist meine klare Empfehlung der Gran Reserva, der auch pur zu überzeugen weiss.